Rügen Dezember 2014

Nachdem ich kurz nach dem Mauerfall die Gelegenheit hatte, mir die übriggebliebenen Vorzüge des sozialistischen Bruderstaates an der Ostseeküste anzuschauen hat sich bis jetzt irgendwie nicht die Gelegenheit ergeben, die Insel Rügen einmal ausgiebig zu erforschen.

 

Nun im Dezember 2014 ist der Knoten endlich geplatzt, ich hatte Gelegenheit 1 Woche auf Rügen zu verbringen.

 

Die Anreise war recht angenehm, mit dem Zug bis Hamburg, dort wurde mein Gepäck und meine Fotoausrüstung in einen VW-Bus umgeladen, für mich war auch noch ein wenig Platz übrig.

 

Auf der Fahrt Richtung Ostsee wurde dann klar, dass der Winter auch an der Ostsee doch etwas rauher ist.

 

Die 'Erfahrung' der Insel Rügen erfolgte dann im Dunkeln, mit erkennbar weihnachtlicher Stimmung in den einzelnen Ortschaften.

 

Die Strapazen der Anreise sind bei der Ankunft aufgrund der Wiedersehensfreude mit weiteren Teilnehmern der Reise, und kurz darauf auch in Folge des reichhaltigen und leckerem Abendessen in Vergessenheit geraten - der süffige Rotwein hatte sicherlich auch seinen Anteil daran.


Unsere Unterkunft war in Lohme, ganz an der nördlichen Küste von Rügen.

 

Daher war einiges an Fahrten angesagt


Als ersten Ausflug gab es einen Abstecher nach Vitt, einem Fischerdorf bei Puttgarden auf Rügen.

 

Erkennbar ist der Rummel zu den touristischen Stoßzeiten, wie gut das wir im ruhigen Dezember den praktisch einsamen Strand erforschen konnten.

 

Außer den einheimischen Möven sind nur noch die Mitreisenden durch das Bild gelaufen.


Das Kap Arcona stand auch auf dem Programm, das Wetter hat uns direkt nach der Ankunft mit ganzer Kraft in den örtlichen Kiosk zu einer richtig leckeren Erbensuppe mit Wurst getrieben.

 

Das Schwätzchen mit dem Wirt über die Sorgen der Bevölkerungsentwicklung vor Ort und bestimmte seltsame Geschehnisse zu Zeiten des kalten Krieges war inclusive.

 

Ein interessantes Gemisch aus sächsisch, norddeutsch, rheinischer Mundart und hessisch breitete sich im Raum aus.

 

Ach ja, falls ihn nicht jeder sofort erkennt, der Herr auf dem linken Bild ist Manfred.


Für richtige Fotografen ist es bekanntlich das allerhöchste, zu Zeiten die ein Durschnittsbürger im Urlaub als 'nachtschlafend' bezeichnet, schon unverzagt auf den Beinen zu sein, um mit Stativ und Ausrüstung einen Spaziergang durch die Landschaft zu machen in der Hoffnung die Blaue Stunde ohne regenbedingte Einschränkung zu erleben.

 

Dieser tief religiösen Tradition haben wir uns angeschlossen und sind mit Handschuhen, Taschenlampen, Stativ und Ausrüstung zum Hafen von Lohme abgestiegen.


Am nächsten Tag haben wir Gelegenheit, bei strahlendem Sonnenschein einen Abstecher nach Puttbus zu machen, in den sogenannten 'Circus'.

 

Vollkommen unverdienterweise konnten wir hier bei strahlender Wintersonne Foto-Übungen veranstalten, natürlich auch mit Handschuhen, aber nun ohne Taschenlampe.



Nun geht es nach Göhren.

 

Die Gemeinde Göhren schließt den östlichsten Punkt Rügens ein: das Kap Nordperd. Es trennt den Nordstrand vom Südstrand. Der Nordstrand ist der eigentliche Badestrand mit Kurpromenade.

 

Zwischen der Göhrener Seebrücke und dem Nordperd liegt mit dem Buskam der größte bisher in Deutschland gefundene Findling.

 

 



... und zum Tagesabschluß hatten wir nochmal richtig Spaß dabei, in der Kälte bei pfeiffendem Wind das Stativ in der Blauen Stunde aufzubauen.

Dafür sind wir extra nach Salin gefahren.


Aufgrund der Wettervorhersage war der Beschluß zu einem Tagesausflug auf Hiddensee ein Selbstläufer.